Begradigung der Nasenscheidewand (Septumplastik)

Die Scheidewand, die hinter den beiden Nasenlöchern die Nase bis zum Nasenrachenraum in zwei Höhlen unterteilt, ist manchmal so stark verbogen, dass eine relevante Behinderung der Nasenatmung auftritt. Dies kann zu weiteren Folgeerkrankungen führen.Die Scheidewand selbst besteht im vorderen Teil aus Knorpel, weiter hinten aus Knochen. Die Schleimhaut, die auf dem verbogenen Knorpel und Knochen aufliegt, wird während der Scheidewandbegradigung (Septumplastik) untertunnelt. Dadurch kann der Knorpel und Knochen begradigt werden, ohne die Schleimhaut wesentlich zu schädigen. Nach Begradigung heilt der Knorpel und Knochen zwischen den Schleimhäuten wieder sehr gut ein, diesmal allerdings gerade.

Operation durch die Nase

Man operiert durch ein Nasenloch hindurch, wo ein 2-3 cm langer Schnitt in die Schleimhaut entlang des vorderen Teils der Scheidewand gesetzt wird. Die äußere Nase bleibt in der Regel von der Septumplastik unangetastet. Diese Operationstechnik ist durchaus mit hochwertigen handwerklichen Fähigkeiten zu vergleichen, (ähnlich eines „Buddelschiff- Bauers“ beim Aufbauen eines Modell-Schiffes in einer Flasche).

 

Vergrößerte Nasenmuscheln

Krankhaft vergrößerte Nasenmuscheln behindern ebenfalls die Nasenatmung. Durch eine einfache Verbiegung der Scheidewand entsteht in der Regel eine zu große und eine zu kleine Nasenhaupthöhle. Die Nasenmuscheln haben ein Bestreben sich zu vergrößern, bis knapp an die Nasenscheidewand heran. Daher ist bei einer solchen Verbiegung zumindest eine Nasenmuschel fast immer vergrößert. Dies kann u. a. auch durch Allergien verursacht werden, meist ist der genaue Grund jedoch nicht bekannt. Daher muss die Septumplastik oft mit einer Muschelverkleinerungen kombiniert werden.

 

Mitbehandlung der Nasennebenhöhlen

Sind die Nasennebenhöhlen (z. B. Kieferhöhlen) chronisch entzündet und mit Polypen oder eingedicktem Sekret ausgefüllt, ist es ratsam, in der gleichen Sitzung nach Begradigung der Nasenscheidewand die Zugänge zu den Nasennebenhöhlen zu erweitern („Fensterung“) und die Polypen oder das Sekret zu entfernen. 

 

Die Tage nach der Operation

In der Regel verbleibt eine Nasentamponade für 1-2 Tage in der Nase. Zusätzlich werden meist Silikonschienchen („Splints“) eingesetzt, um die Scheidewand noch länger zu stabilisieren. Diese Splints verbleiben idealerweise ca. 8–10 Tage. Relevante Schmerzen sind nach einer Begradigung der Nasenscheidewand und Verkleinerung der Nasenmuscheln nicht zu erwarten.

 

Zu Unrecht gefürchtet – die Entfernung der Nasentamponade

Die Entfernung der Nasentamponade ist meist relativ unangenehm, große Schmerzen, sind jedoch mit unseren Tamponaden nicht zu erwarten. Die Patienten sind oft erstaunt, dass die Entfernung so problemlos funktioniert. Die Entfernung der Silikonschienen ist nahezu schmerzfrei, ein kleiner Haltefaden wird durchtrennt, dann liegen die Schienen lose in der Nase und werden einfach locker herausgenommen.

 

 

 

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