Verkleinerung der vergrösserten Gaumenmandeln mit Laser (Laser-Tonsillotomie)

Unter Laser-Tonsillotomie versteht man eine Mandelkappung mittels Laser, wenn die Gaumenmandeln, die sich links und rechts des Zäpfchens befinden, stark vergrößert
sind. Ein Anzeichen für vergrößerte Gaumenmandeln (Tonsillen) ist z. B. ein starkes Schnarchen Ihres Kindes. Wenn das Schnarchen so ausgeprägt ist, dass es Ihnen
Sorge bereitet, dem schlafenden Kind zuzuhören, oder Sie gar gelegentliche Atempausen feststellen, dann ist eine Laser-Tonsillotomie sinnvoll. Nicht angebracht ist die Laser-Tonsillotomie bei Kindern, deren Mandeln schon gehäuft eitrige Anginen überstanden
haben und die aus diesem Grund mit Antibiotika behandelt werden mussten. In diesem Fall ist die klassische Tonsillektomie ("Mandel-OP") angeraten.

 

Operationsverfahren:

Die Mandelkappung geschieht durch den Mund ähnlich wie bei einer „Polypen-Operation" (Adenotomie). Der Eingriff wird in Narkose ausgeführt. Bei uns kommt ein moderner
Dioden-Laser (20 Watt) zum Einsatz, dessen infrarotes Licht (810 nm) über eine Lichtleitfaser in ein Handstück geleitet wird. Das Mandelgewebe wird durchtrennt, ähnlich
wie mit einem Skalpell, und gleichzeitig verödet. Durch die teilweise Entfernung der Gaumenmandeln wird eine freie Atmung im Schlundbereich
erreicht. Das Ziel des Eingriffs ist, die mechanische Atemwegsbehinderung zu beheben.

 

Ist der Eingriff gefährlich?

Bisher wurden im Fall ausgeprägter Mandelwucherungen die Mandeln komplett entfernt (klassische Tonsillektomie). Dieser Eingriff ist mit einem stationären Aufenthalt von
etwa einer Woche verknüpft. Wegen der bei einer Tonsillektomie kalkulierbaren Nachblutungs-Häufigkeit von ca. 7-10% kann dieser Eingriff nicht ambulant erfolgen. Im Gegensatz dazu berichten erfahrene Operateure (z. B. von der Universitäts-HNO-Klinik Berlin-Steglitz) nach einer großen Anzahl von ambulant durchgeführten Laser-Tonsillotomien
(Tonsillenkappung) über teilweise völlig fehlende Nachblutungen. Durch den Einsatz des Lasers kommt es schon bei der Operation selbst zu nur geringsten Blutverlusten,
da die kleinen Blutgefäße des Mandelgewebes bereits beim Durchtrennen „verschweißt" werden. Die größeren Gefäße am Mandelbett werden bei diesem Eingriff
normalerweise nicht angetastet. Dadurch sinkt die Gefahr einer Nachblutung nach der Operation beträchtlich.

 

Mit welchen Komplikationen ist zu rechnen?

Nach Statistiken schwedischer und deutscher Ärzte ist der Heilungsverlauf nach Tonsillenkappung im Vergleich zur klassischen Mandeloperation deutlich kürzer und weniger
schmerzhaft, da die Tonsille zum Teil in ihrem Bett verbleibt und damit keine offenen Wunden entstehen, die Schmerzen verursachen können. Im Durchschnitt sind die Kinder
nach fünf Tagen schmerzfrei. Extrem selten und in aller Regel nur vorübergehend sind Beeinträchtigungen des Geschmacks, des Schluckens oder der Sprache (nasaler Klang)
sowie des Kiefergelenks. Werden die immunologischen Abwehraufgaben
der Restmandeln vom Körper anschließend weiter stark stimuliert, kann es zu einer erneuten Mandelwucherung kommen. Sie erreichen aber nur sehr selten erneut
eine Größe, mit der sie die Atmung behindern. Dann kann der Eingriff ggf. wiederholt werden. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass im späteren Verlauf des Lebens
die verbleibenden Mandelreste vollständig operativ entfernt werden müssen, wenn sie sich    z. B. chronisch entzünden

 

 

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